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Technische Universität Darmstadt
Fraunhofer Institut
Hochschule Darmstadt
Landes-Ofensive Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz

Neu: Master of Science-Studiengang IT-Sicherheit

am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt
Studienbeginn: Sommersemester 2010
Studiengangskoordinator: Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser
Link zum Fachbereich Informatik

Warum ein Master in IT-Sicherheit?

Informationstechnologie ist bereits heute eine Schlüsseltechnologie für viele Lebensbereiche und Wirtschaftszweige wie Gesundheit, Mobilität, Unterhaltung, Produktion, Logistik und Finanzen. IT ist der Schlüssel für Innovationen in einer Zukunft, in der wir umgeben sind von unzähligen eingebetteten Systemen, in der grenzenlose Kommunikation möglich ist und ein großes Wertschöpfungspotential durch die Verlagerung von Geschäftsprozessen und Dienstleistungen in das Internet besteht. Der IT-Sicherheit kommt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle zu. Nur eine sichere IT-Infrastruktur wird Innovation ermöglichen; gleichzeitig verhindert IT-Sicherheit enorme wirtschaftliche Schäden etwa durch Hacker-Angriffe oder Wirtschaftsspionage, aber auch Schäden an Leib und Leben durch manipulierte oder unzuverlässige eingebettete Systeme.

Im Design- und Implementierungsprozess zukünftiger IT-Systeme werden daher fundierte Kenntnisse über den Schutz und die Zuverlässigkeit von Hardware- und Software eine enorme Rolle spielen. Umfassende Kenntnisse im Bereich der IT-Sicherheit erfordern unter anderem Wissen in den folgenden Teilbereichen:

  • Kryptographie: Moderne Verschlüsselungsverfahren sowie andere kryptographische Basisprimitiven
  • Systemsicherheit: Sicherheit von eingebetteten Systemen und Netzwerken
  • Softwaresicherheit: Sicherheit und Zuverlässigkeit von Software, Konzeption von Sicherheitsarchitekturen für große IT-Systeme

Darüber hinaus erfordert die Konzeption moderner Sicherheitssysteme gute Kenntnisse in verschiedenen Bereichen der klassischen Informatik, wie Betriebssysteme, Software-Engineering, Datenbanksysteme oder Netzwerke.

Arbeitsmarktperspektiven

Für Absolventen des Studiengangs bestehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten sowohl im akademischen Bereich als auch in der Industrie. Dies wird durch vielfältige Referenzen belegt:

  • Laut dem Branchenverband BITKOM gibt es zu wenig Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen zur IT-Sicherheit . Die Einführung des Masterstudiengangs würde das Problem mindern und die Bedeutung Darmstadts in der IT-Sicherheit stärken.
  • In Deutschland wird die Bedeutung der Ausbildung IT-Sicherheit durch den Berufsverband „Gesellschaft für Informatik“ ebenfalls klar herausgestellt , im Oktober 2006 legte das Präsidium der GI das Papier „IT-Sicherheit in der Ausbildung“ (Empfehlung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) zur Berücksichtigung der IT-Sicherheit in der schulischen und akademischen Bildung) vor.
  • Nach Meinung des IT-Verbandes Comptia besteht ein weltweiter Mangel an IT-Fachkräften . Kenntnisse in IT-Sicherheit erhöhen den Marktwert von IT-Fachkräften erheblich.
  • Die Studie „2006 Global Information Security Workforce Study“ von IDC vom Dezember 2006 vertritt den Standpunkt, dass der Personalbedarf in der IT-Sicherheitsdomäne stark wächst („The number of information security professionals worldwide in 2006 is estimated to be 1.5 million, an 8.1% increase over 2005“), zeigt die Bedeutung des IT-Sicherheitspersonals auf („On average, more than 41% of information security budgets is spent on personnel, including salaries and benefits, and education and training) und betont die Wichtigkeit von Bildung speziell in diesem Bereich („Security professionals are asking for additional education and training in the areas of information risk management, business continuity/disaster recovery planning, and forensics.“).
  • Eine regionale Studie über den Personalbedarf und die Perspekiven im Bereich der IT-Sicherheit kommt zu folgendem Schluss: “Derzeit werden Arbeitskräfte für den Bereich IT-Security dringend gesucht. Knapp drei Viertel der Befragten schätzen den Fachkräftemangel als gravierend oder sehr gravierend ein. Ein Viertel der Stellen kann bereits heute schon nicht besetzt werden. Dieser wachstumshemmende Trend wird sich in Zukunft fortsetzen. Die Unternehmen planen eine Personalaufstockung bis 2010 um 65%, d.h. auf 330 Mitarbeiter. Von den Befragten, die die Engpasssituation als „gravierend“ oder „sehr gravierend“ einschätzen, ist die Hälfte der Meinung, dass sich die Situation bis 2010 nicht entspannen wird.”

Aufbau des Studiums:

Aufbau Master

Das Studium umfasst 4 Semester; der Studienbeginn soll sowohl im Sommer- als auch im Wintersemester möglich sein. Folgende Prüfungsleistungen sind geplant:

1. Masterarbeit

2. Lehrveranstaltungen aus 4 verschiedenen Bereichen:

Im Sommersemester 2010 bieten wir folgende Vorlesungen an:

I. Cryptography

  • Public-Key Infrastrukturen (Prof. Buchmann)
  • Kryptographische Protokolle (Prof. Manulis)
  • Seitenkanalangriffe (Prof. Schindler)
  • Elektronische Wahlen (Dr. Volkamer)

II. System Security

  • Netzwerksicherheit (Prof. Hollick)
  • Software Fault Tolerance (Prof. Suri)

III. Software Security

  • IT-Sicherheit (Prof. Katzenbeisser)
  • Formale Methoden der Informationssicherheit (Prof. Mantel)
  • Multimedia Sicherheit (Dr. Steinebach)
  • Sicherheitsmanagement (Dr. Böhmer)

IV. Selected Complementary Topics

  • Verschiedene weitere Veranstaltungen aus dem Lehrangebot des Fachbereichs

V. Studienbegleitende Leistungen

Die studienbegleitenden Leistungen können wahlweise in einer der folgenden Formen erbracht werden:

  • Ein Projekt. Hier wird eine konkrete wissenschaftliche Fragestellung theoretisch und praktisch bearbeitet. Die Themen des Projekts sollten möglichst eng an aktuellen Forschungsarbeiten der Mitglieder des Fachbereichs orientiert sein.
  • Besuch von Seminaren, Praktika, Projekten, Praktika in der Lehre, Semester- oder Studienarbeiten. Es müssten mindestens zwei der genannten Formen gewählt werden.